Digitale Lösungen für die Wasserwirtschaft

Das Bereitstellen von sauberem Wasser genauso wie das Beseitigen und Wieder Aufbereiten von Abwasser sind primäre Aufgaben von Wasserversorgungsunternehmen. In Deutschland gibt es einige wenige große Wasserversorgungsunternehmen als Player am Markt und eine Vielzahl kleiner kommunaler Wasserbetriebe, die diese Aufgabe wahrnehmen. Doch ganz gleich, ob großer Wasservorger oder lokales Wasserwerk, die Frage der Digitalisierung von Wasserzählern und das Management von Daten stellt sich allen Unternehmen der Wasserwirtschaft gleich.

Die Integration neuer Technologien wird auch hier zur Kernaufgabe von Unternehmen der Wasserwirtschaft, um für einen reibungslosen Ablauf und eine gesicherte Trinkwasser- bzw. Abwasserversorgung zu sorgen. Beides wird Unternehmen der Wasserwirtschaft die kommenden Jahre begleiten. Damit steht auch die Wasserwirtschaft vor grundlegenden Veränderungen. Es dringen neue digitale Technologien vor, verändert sich das rechtliche Umfeld und stellen sowohl private wie gewerbliche Kunden als auch Bürger hohe Ansprüche an Unternehmen der Wasserwirtschaft. Welche Geschäftschancen und Geschäftsfelder daraus für Wasserversorgungsunternehmen erwachsen und welche neuen Markt- und Geschäftsfeldentwicklungen sich durch die Digitalisierung in der Wasserwirtschaft ergeben, zeigen die zwei nachfolgenden Praxisbeispiele.

Intelligente Wasserinfrastruktur durch digitale Technologien?

Hinter den Begriffen Sensorik und Big Data verbergen sich zahlreiche neue Technologien, die das Markt- und Geschäftsumfeld von Wasserversorgern künftig maßgeblich verändern werden. Die Umstellung von analog auf digital meint, dass viele Prozesse von der Wasserstandsmessung, über das Netzmanagement bis hin zu Wartung von Anlagen und Services datenbasiert und zunehmend automatisiert erfolgen werden.

Das bringt einer Veränderung von Geschäftsaktivitäten und -praktiken mit sich. Zwar wird derzeit noch an vielen Stellen getestet und geprobt, ehe neue digitale Technologien breitenwirksam ausgerollt werden. Die zwei nachfolgenden Beispiele verdeutlichen jedoch, wohin die Reise geht und in welchen Bereichen digitale Technologien in der Wasserwirtschaft künftig nutzbringend eingesetzt werden können.

Zwei Use Cases für eine digitale Wasserversorgung

1. Anwendungsfall: Digitale funkbasierte Wasserzählerablesung in osthessischen Gemeinden

Über das Projekt:
Durch den interkommunalen Zusammenschluss von 14 Wasserversorgungsunternehmen werden bis Ende 2020 circa 20.000 mechanische Wasserzähler auf Ultraschall-Wasserzähler umgestellt. Parallel dazu erfolgt die Installation von datenschutzkonformer Auslesesoftware auf Basis einer drahtlosen M-Bus Schnittstelle zur elektronisch, verschlüsselten Übermittlung der Verbrauchsdaten. Mit Abschluss des Roll-outs und Verbau der Technik wurden die alten Wasserzähler durch neue moderne Geräte ersetzt.

Der Nutzen:
Die Fernauslese ermöglicht den lokalen Wasserversorgern einen optimierten Einsatz von knappen Personalressourcen. Innerhalb von zwei Tagen können die Zählerstände erfasst und anschließend ausgewertet werden. Damit können Verbrauchsdaten besser miteinander verglichen werden. Es lassen sich zudem Übertragungs- und Messfehler vermeiden. Zugleich können Leckagen schneller ausfindig gemacht werden und lassen sich Wasserverlustanalysen durchführen, um Wasserverluste zu vermeiden. Zudem ergibt sich ein verringerter Wartungsaufwand. Für Anwender ermöglicht die Technik mehr Flexibilität und Komfort. Es sind keine Vor-Ort Termine mehr nötig und kann mehr Transparenz bei dem tatsächlichen Wasserverbrauch hergestellt werden.

Weitere Infos unter: https://www.bdew.de/media/documents/Osthessenverbund-1-Projekt-Digitalisierung-Wasser.pdf

2. Anwendungsfall: All-in-One Lösung für das Management von Wasserzählern für Wasserwerke

Über das Projekt:
Es wurde eine modular einsetzbare Softwarelösung entwickelt, die eine ganzheitliche Erfassung von Zählerständen ermöglicht und für die Organisation des Zähleraustauschs genutzt werden kann.

Der Nutzen:
Die Software ist einfach zu bedienen und lässt sich in bestehende System nahtlos integrieren. Sie hilft Fehler bei der Datenverarbeitung durch eine papierlose Bearbeitung zu vermeiden. Zugleich ermöglicht sie Ressourcen- und Kosteneinsparungen bei den Abrechnungssystemen sowie effektivere Entscheidungsprozesse. Die Verwaltungsprozesse von Wasserzähler können so optimiert und damit ein effektives Datenmanagement bewerkstelligt werden. Dadurch sind zum einen schnellere Datenflüsse möglich und befinden sich zum anderen alle Daten an einem Ort.

Weitere Infos unter: https://www.bdew.de/media/documents/Startup-Symvaro-Digitalisierung-Wasser.pdf

Fazit

Moderne Technik, wie beispielsweise smarte oder funkbasierte Wasserzähler verspricht Aufwand und Kosten von Prozessen und Abläufen zu optimieren. Zugleich können Wasserversorgungsunternehmen ihre Services anpassen und damit fortschrittliche, nah am Kunden ausgerichtete Services anbieten. Neue digitale Lösungen ermöglichen transparente Abrechnungsvorgänge, aber auch mehr Komfort und Wassereinsparung. Ebenso schaffen sie die Voraussetzung für optimierte betriebliche Prozesse. Gleichzeitig stellen sich bei Einsatz digitaler Lösungen den Wasserversorgungsunternehmen Fragen des Datenschutzes und Umgangs mit sensiblen Kundendaten. Rechtliche Regelungen müssen in ein neues Marktumfeld adaptiert und umgesetzt werden. Zudem gibt es für Wasserversorger wachsende Anforderungen bei der Einhaltung von Umweltstandards. Mit den vielversprechenden Business-Optionen als Chance, stellen sich somit zeitlich neue Herausforderungen den Unternehmen der Wasserwirtschaft.

Weitere Infos zum Thema unter: https://www.bdew.de/wasser-abwasser/digitalisierung-der-wasserwirtschaft/was-ist-digitalisierung/

Weitere Projektbeispiele unter:

https://www.bdew.de/wasser-abwasser/digitalisierung-der-wasserwirtschaft/vorstellung-laufender-projekte/


Pydro GmbH

2016 -

Entwicklung eines Plug'n Play Systems zur intelligenten Regelung von Wassertransport in Rohrleitungssystemen.


Utilis Ltd.

2013 -

Utilis nutzt Satellitenaufnahmen um Lecks in Wasserleitungen zu finden.


ConnectPoint

2010 - Woiwodschaft Masowien

ConnectPoint bietet innovative Software für den Industrie-, Energie- und Versorgungssektor.


Ocean Maps GmbH

2015 - Salzburg

Interaktive Tauchkarten von Unterwasser-Landschaften für virtuelle Tauchgänge und Tauch-Planungen.


gridpal GmbH & Co. KG

2017 - Bayern

Das Startup revolutioniert die lokale Erfassung & Übermittlung von Mess-, Sensor- & Zustandsdaten. Ein eigens entwickeltes Gateway mit zugehörigem Administrations-Webportal als IaaS Lösung bietet b2b Anwendern einen kostengünstigen Einstieg in die Digitalisierung Ihrer Produkt- & Servicelösungen.